Kommentar · Bundesgerichtshof · 1997 · Vergleichende Lektüre

ARAG/Garmenbeck — Die Pflicht zur Verfolgung, mit schweizerischen Augen gelesen

BGHZ 135, 244 — Der Leitentscheid des deutschen Bundesgerichtshofs zu der Frage, wann ein Aufsichtsrat Ansprüche gegen Vorstandsmitglieder untersuchen und durchsetzen muss. Ein schweizerischer Nachfolge-Verwaltungsrat gelangt über Art. 717 OR zur gleichen Frage; der deutsche Massstab ist lehrreich für die Reichweite der schweizerischen Doktrin.

Entscheidung
BGHZ 135, 244 (II ZR 175/95)
Datum
21.04.1997
Jurisdiktion
Deutschland
Status
Entwurf — Übersetzung in Vorbereitung

Vollständige Übersetzung in Vorbereitung

Dieser vergleichende Kommentar ist umfangreich. Der folgende deutsche Entwurf enthält Einleitung und Abschnittsstruktur; die vollständige Ausarbeitung folgt. Die englische Originalfassung enthält den vollständigen Text und bleibt bis zur Durchsicht massgeblich.

Am 21. April 1997 hat der deutsche Bundesgerichtshof im Verfahren ARAG geurteilt — eine Entscheidung, die das deutsche Verständnis davon verändert hat, wann ein Aufsichtsrat Ansprüche gegen frühere Vorstände durchsetzen muss. Für schweizerische Verwaltungsräte ist sie bedeutsam, weil sich bei jedem Wechsel der Zusammensetzung — nach M&A, Übernahme, Umstrukturierung oder Insolvenz — dieselbe Frage stellt: Ansprüche gegen die Vorgänger verfolgen oder nicht? Das schweizerische Recht beantwortet sie über Art. 717 und 754 OR; der deutsche Massstab ist instruktiv.

Der Fall

ARAG-Versicherung; CEO Garmenbeck mit spekulativen Transaktionen; Aufsichtsrat lehnt Verfolgung ab; aktionärsderivative Klage. — Vollständige Ausführung in Vorbereitung; siehe englische Fassung.

Die Feststellung

Pflicht zu: (1) untersuchen, (2) bewerten, (3) verfolgen — sofern nicht zwingende, dokumentierte Gründe entgegenstehen. Reputation oder Kontinuität allein genügen nicht. — Vollständige Ausführung in Vorbereitung; siehe englische Fassung.

Wie ein schweizerisches Gericht die gleiche Frage liest

Art. 717 OR Pflicht zum Schutz der Gesellschaftsaktiven; Art. 754 OR Aktivlegitimation der Gesellschaft; Art. 758 OR Entlastung an die offenbarten Tatsachen gebunden; Art. 260 SchKG Abtretung im Konkurs. — Vollständige Ausführung in Vorbereitung; siehe englische Fassung.

Konvergenzen und Divergenzen

beide verlangen einen dokumentierten Prozess; abweichend: schweizerischer einstufiger Verwaltungsrat vs. deutscher zweistufiger Aufbau; Art. 260 SchKG als zusätzlicher Durchsetzungspfad. — Vollständige Ausführung in Vorbereitung; siehe englische Fassung.

Was Verwaltungsräte mitnehmen sollten

Beim Wechsel zuerst untersuchen; Gründe zur Nichtverfolgung spezifisch und zeitnah dokumentieren; konfliktfrei entscheiden; Entlastung bindet nicht umfassend; Konkursspur (Art. 260 SchKG) erlischt die Exposition nicht. — Vollständige Ausführung in Vorbereitung; siehe englische Fassung.

Implikationen für das Nachschlagewerk

Geplante Aktualisierungen zu “Pflichten des Verwaltungsrats” §5, zu “Aktionärsstreitigkeiten” und zur “Prozessbereitschaft”. — Vollständige Ausführung in Vorbereitung; siehe englische Fassung.

Primärquellen

DE: BGHZ 135, 244 (II ZR 175/95); §§ 93, 116, 147 AktG. Schweizerisch: Art. 717, 754, 758 OR; Art. 260 SchKG. — Vollständige Ausführung in Vorbereitung; siehe englische Fassung.

Siehe auch